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Aktuelle Ausgabe: Nr. 1* Jänner 09 * 34. Jahrgang |
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Aktuelle Ausgabe: Aus gegebenem Anlass haben wir kurzfristig das Schwerpunktthema dieser Ausgabe – geplant war Energieversorgung in Lateinamerika – geändert und den Besuch von Boliviens Präsident Evo Morales in den Mittelpunkt gestellt. Einmal weil uns der indigene Kokabauern-Führer und deklariert sozialistische Politiker als eine der interessantesten Persönlichkeiten der neuen lateinamerikanischen Linken erscheint und weil wir seinen Vorstoß für eine Entkriminalisierung des Kokablattes für eine eigentlich schon längst überfällige Maßnahme halten. Und zum zweiten, weil unser Mitarbeiter Robert Lessmann auf Grund seiner langjährigen Bekanntschaft mit dem bolivianischen Staatschef diesen bei seinem Kurzbesuch in Wien ständig begleitete und somit Zugang zu interessanten Informationen hatte. Wir sind sehr zufrieden damit, was aus diesem Bolivien/Koka-Schwerpunkt herausgekommen ist, und Robert Lessmann dankbar für seinen intensiven Arbeitseinsatz. „Coca sí – cocaína no!”... so lautet das Motto der bolivianischen Drogenpolitik unter Präsident Evo Morales. Dieser kam im März überraschend nach Wien zur 52. Commission on Narcotic Drugs der Vereinten Nationen, um dort eine Neubewertung der Koka in den internationalen Konventionen zu fordern. Grund genug, diese Forderung, aber auch Boliviens Politik des „Ja zur Koka, Nein zum Kokain“ unter die Lupe zu nehmen. „Das Koka-Blatt ist keine Droge!“ - Felípe Cáceres ist bolivianischer „Viceministro de Defensa Social“ und für Drogenbekämpfung zuständig. Robert Lessmann sprach mit ihm über die Strategie des „Coca sí, Cocaína no!“ anlässlich der 52. Commission on Narcotic Drugs der Vereinten Nationen in Wien. Mit dem Besuch des Präsidenten Evo Morales hat Bolivien den lange erwarteten Vorstoß zu einer Neubewertung des Kokablattes unternommen. Was ist darunter zu verstehen? Robert Lessmann (mehr in der aktuellen Ausgabe) Die Zeiten ändern sich ... Bei seinem Kurzaufenthalt in Wien erinnerte sich der bolivianische Präsident Evo Morales an frühere Besuche in der österreichischen Hauptstadt, als er als armer Koka-Bauernführer bei der UNO auf verschlossene Türen stieß. Kultur-Elixier Kokablatt - Die Blätter des Kokastrauches spielen eine tragende Rolle in der andinen Lebenswelt; ohne sie könnte auch diese jahrtausendealte Kultur verschwinden. |
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Das neue Jahr steht im Zeichen der Krise, und so wollen auch wir uns im politischen Schwerpunkt der vorliegenden Nummer die (möglichen) Auswirkungen auf Lateinamerika anschauen. Dabei ist Vorsicht in der Wortwahl angebracht: Der bekannte peruanische, derzeit an der mexikanischen UNAM lehrende Ökonom Oscar Ugarteche alteriert sich über die Rede von der "blobalen" Finanzkrise. Er fragt rhetorisch, warum ein Finanzmarktproblem, das in erster Linie US-amerikanischen und in zweiter Linie EU-europäischen Ursprungs ist, von vornherein mit dem Adjektiv "blobal" bedacht wird. Didie globale Peripherie der 90er Jahre betreffenden Finanzmarktkrisen wurden hingegen als "Mexiko"-, "Brasilien"-, "Russland"- und "Asienkrise" tituliert, obwohl damals teilweise mehr Menschen existenzvernichtende Schläge verkraften mussten, wobei der anerkannte Global Player IWF mit seinen undifferenzierten, ideologie-trächtigen Rezepten teilweise noch Öl ins Feuer goss. |
Aufruf zum Internationalen Straßenfestival Cervantino
Guanajuato, Mexiko, 7. bis 25. Oktober 2009 Das Internationale Straßenkunstfestival Cervantino ist eines der berühmtesten Festivals der ‚arte popular’ in Mexiko. Es wird, wie in allen Jahren seit 1975, von der politisch-kulturellen Organisation CLETA organisiert und von 7. bis 25. Oktober in der Stadt Guanajuato stattfinden, ergänzt durch Kulturkarawanen durch fünf mexikanische Bundesstaaten (17. Oktober bis 5. November). Unter dem Motto Künstlerische Begegnung der Völker Europäische Union – Lateinamerika wird es heuer (in seiner 35. Ausgabe) um folgende inhaltliche Schwerpunkte gehen: Umweltschutz und Nachhaltigkeit, Gleichberechtigung der Geschlechter, Achtung der Menschenrechte. KünstlerInnen (Einzelpersonen und Ensembles) aus EU-Ländern, die mit Werken der Gattungen Theater, Tanz, Tanztheater, Musik, Zirkus u.ä. teilnehmen wollen, können unter www.cleta.org/encuentro den Antrag auf Teilnahme herunterladen und sollten ihn bis spätestens 31. März 2009 an igla@aon.at mailen. Die IGLA wird in Zusammenarbeit mit ihrer langjährigen Partnerorganisation CLETA die Teilnahme europäischer KünstlerInnen koordinieren. Die Teilnahme ist für alle Mitwirkenden kostenlos, sie erhalten für die Zeit des Festivals Quartier und Verpflegung; auch für die Transportkosten innerhalb von Mexiko wird CLETA aufkommen. Die TeilnehmerInnen bemühen sich selbst um finanzielle Unterstützung von anderer Seite für den Flug nach Mexiko und zurück. Nähere Informationen unter www.cleta.org/encuentro sowie telefonisch unter (00431)-728 64 12 Mit der Bitte um Weiterverbreitung und freundlichen Grüßen IGLA/Vorbereitungsgruppe Straßenkunstfestival
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Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat auch Lateinamerika erfasst. Sie äußert sich in sinkenden Rohstoffpreisen, abstürzenden Landeswährungen, Kapitalflucht und Kreditknappheit. Die Geldüberweisungen von EmigrantInnen sinken ebenso wie die Einnahmen aus dem Tourismus. Auch wenn die Region dank höherer Devisenreserven besser gerüstet ist als in früheren Krisen, werden Wachstum und Sozialausgaben zurückgehen, während Arbeitslosigkeit und die in Lateinamerika besonders ausgeprägte soziale Ungleichheit weiter zunehmen werden. |
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Bolivien stand einige Tage Mitte
September am Rande eines Bürgerkriegs
neuer Art. Den teils blutigen
Auseinadersetzungen zugrunde
lagen ökonomische Interessen wie auch
rassistische Motive. Mindestens 30 Tote,
zahlreiche Verletzte und eine Anzahl niedergebrannter
Regierungsbüros sind eine
tragische Zwischenbilanz. Hugo Chávez’
Drohungen einer militärischen Intervention
zugunsten seines Freundes Evo
Morales haben die Sache nicht besser gemacht.
Dank der politischen Intervention
der lateinamerikanischen Staatengemeinschaft
konnte der Konflikt vorerst entschärft
werden. Trotzdem haben wir uns
entschlossen, den Schwerpunkt dieser
Nummer in letzter Minute über den Haufen
zu werfen und möglichst viel aktuelle
Information und Analyse zu den Ereignissen
in den bolivianischen Tieflanddepartements
zu bringen. |
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Juni-Ausgabe:
Das Schlagwort vom "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" ist in Lateinamerika derzeit sicherlich geläufiger als in Europa. Skeptiker sehen darin einfach den Effekt von Hugo Chávez´ (öl)geschmierter Propagandamaschinerie, doch diese Redaktion hat zumindestens mehrheitlich eine differenziertere Sicht. In Lateinamerika treten seit längerem die Folgen von Neoliberalismus und Globalisierung brutaler zu Tage als hierzulande. Entsprechend erregt die Bemühung um politische Alternativen ebendort mehr (kontroversielle) Aufmerksamkeit. In dieser Ausgabe wollen wir ein Bild dieses "neuen Sozialismus" zeichnen: von seinen Wurzeln in den sozialen Bewegungen des Kontinents, über die Kriterien, denen eine solche "Mitbestimmungsdemokratie" genügen muss, bis hin zur Frage, wie eine "Neugründung des Sozialismus" in Europa aussehen könnte. |
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Ausgabe Jänner 2007:
Nachdem wir wiederholt über die Hoffnungen, die mit dem politischen Umschwung in Südamerika einhergingen, berichtet haben, wollen wir diesmal einen nüchternen Blick auf die Bilanz der sozialreformerischen Regierungen werfen. Wenn die große Revolution auch ausgeblieben ist, so konnte doch in kleinen Schritten ein bisschen mehr Demokratie und Gerechtigkeit erstritten werden. Das ist bei den gegebenen Rahmenbedingungen schon ein beachtlicher Erfolg. |
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