ALBERTO ACOSTA IN WIEN

Der ecuadorianische Ökonom, ehemaliger Energie- und Bergbauminister sowie Vordenker des indigenen Konzepts vom Guten Leben kommt im Oktober zu drei Veranstaltungen nach Wien.

 

 

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Sa, 8. Oktober ab 20:30 Uhr

WUK, Großer Saal, Währingerstraße 59, 1090 Wien

Programmpunkte

haitianische Tanzperformance FICTIONS von Karine Label und Gruppe Funky Calypso Band Son y Son (Salsa, Merengue u.a. lateinamerikanische Tanzmusik)
AFCU Percussion Band
DJ Thomas Divis, DJ Leon

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Aktuelle Ausgabe:

Lateinamerika scheint dieser Tage in den Hintergrund zu treten, obwohl dort wichtige Entscheidungen bevorstehen. Am 50. Jahrestag der Schweinebucht-Invasion Mitte April steht etwa in Kuba ein möglicherweise historischer Parteitag an (vgl. Heft 1/11) und die Wahlen in Peru brachten einen, wenn auch vorläufigen, Erfolg des linken Kandidaten. Die Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan, die Umwälzungen in der arabischen Welt und vor allem die in vielerlei Hinsicht fragwürdige Intervention in Libyen halten die Welt in Atem. Auch das weltpolitisch erstarkte Brasilien mochte (neben Deutschland, China und Russland) das letztlich fadenscheinige und in seinen Konsequenzen abgründige Mandat des Weltsicherheitsrats so nicht unterstützen. Reflexartige Solidarisierungen von jenseits des Atlantiks mit dem Despoten machen andererseits wieder einmal die ganze Perspektiv- und Hilflosigkeit einer Außenpolitik nach der Maxime: „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ deutlich.

Dynastische Regime wanken, Potentaten und Kleptokraten schnüren ihr Bündel, versteinerte Herrschaftsformen bröckeln. Ähnliches, wenngleich weniger dramatisch, passiert auch mit dem legalen Gerüst der internationalen Drogenkontrolle, der Drogen-Einheitskonvention der Vereinten Nationen, die heuer 50 Jahre alt ist. Sie diente in der Vergangenheit als Bezugspunkt für repressive Politiken und als Rechtfertigung für verschiedenartige Interventionen – bis hin zu militärischen – im Namen des „War on Drugs“, dessen Schwerpunkt in den Andenländern lag. Die tatsächlichen Leistungen in der Drogenkontrolle blieben dagegen mehr als dürftig, gerade im Vergleich zu den politischen und gesellschaftlichen Kosten. Eine wachsende Zahl von Ländern macht heute Politik an diesen Konventionen vorbei. Während sich die Stimmen und Initiativen (gerade aus Lateinamerika) mehren, die auf eine Reform des Vertragswerks drängen, klammern sich auch hier saturierte Bürokratien an den Status quo, selbst auf die Gefahr hin, dass irgendwann das ganze Regelwerk in seiner Starrheit in sich zusammenfällt.

Robert Lessmann
Schlussredakteur des Schwerpunkts dieser Ausgabe

Alternativen zum Drogenkrieg