Aktuelle Ausgabe: Nr. 5* Dezember 2008* 33. Jahrgang


Thema: Solidarische Ökonomie

ACHTUNG! Dezember-Ausgabe druckfrisch bei Facultas im NIG und am Campus,
bei der Südwind Buchwelt und per Internet



Aktuelle Ausgabe:

Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat auch Lateinamerika erfasst. Sie äußert sich in sinkenden Rohstoffpreisen, abstürzenden Landeswährungen, Kapitalflucht und Kreditknappheit. Die Geldüberweisungen von EmigrantInnen sinken ebenso wie die Einnahmen aus dem Tourismus. Auch wenn die Region dank höherer Devisenreserven besser gerüstet ist als in früheren Krisen, werden Wachstum und Sozialausgaben zurückgehen, während Arbeitslosigkeit und die in Lateinamerika besonders ausgeprägte soziale Ungleichheit weiter zunehmen werden.

In weiten Kreisen wird die Krise nicht bloß als ein Problem des Finanzsektors gesehen, sondern als Scheitern der neoliberalen Ideologie, ja des kapitalistischen Wirtschafts- und Zivilisationsmodells überhaupt. Das kam selbst beim Ibero-amerikanischen Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs ende Oktober in San Salvador zum Ausdruck: Während ein Teil von ihnen (Mexiko, Chile, Brasilien) sich auf die Forderung nach Reformen des derzeitigen Finanzsystems beschränkten, sprachen sich andere (Ecuador, Bolivien, Nicaragua) dafür aus, internationale Finanzorganisationen wie Währungsfonds und Weltbankd auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen, sahen das Ende des Kapitalismus gekommen und forderten ein alternatives Wirtschaftsmodell sowie verstärkte regionale Integration.

Hermann Klosius
Schlussredakteur




Aktuelle Ausgabe:

Bolivien stand einige Tage Mitte September am Rande eines Bürgerkriegs neuer Art. Den teils blutigen Auseinadersetzungen zugrunde lagen ökonomische Interessen wie auch rassistische Motive. Mindestens 30 Tote, zahlreiche Verletzte und eine Anzahl niedergebrannter Regierungsbüros sind eine tragische Zwischenbilanz. Hugo Chávez’ Drohungen einer militärischen Intervention zugunsten seines Freundes Evo Morales haben die Sache nicht besser gemacht. Dank der politischen Intervention der lateinamerikanischen Staatengemeinschaft konnte der Konflikt vorerst entschärft werden. Trotzdem haben wir uns entschlossen, den Schwerpunkt dieser Nummer in letzter Minute über den Haufen zu werfen und möglichst viel aktuelle Information und Analyse zu den Ereignissen in den bolivianischen Tieflanddepartements zu bringen.

Um neue Akzente zu setzen, haben wir uns entschlossen, einen eigenen kulturell-sozialanthropologischen Teil einzuführen, der von unserer Mitarbeiterin Eveline Rocha-Torrez koordiniert und editiert wird. Wir hoffen, damit wirklich eine Lücke zu füllen.

Ralf Leonhard
Schlussredakteur




Juni-Ausgabe:

Das Schlagwort vom "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" ist in Lateinamerika derzeit sicherlich geläufiger als in Europa. Skeptiker sehen darin einfach den Effekt von Hugo Chávez´ (öl)geschmierter Propagandamaschinerie, doch diese Redaktion hat zumindestens mehrheitlich eine differenziertere Sicht.

In Lateinamerika treten seit längerem die Folgen von Neoliberalismus und Globalisierung brutaler zu Tage als hierzulande. Entsprechend erregt die Bemühung um politische Alternativen ebendort mehr (kontroversielle) Aufmerksamkeit. In dieser Ausgabe wollen wir ein Bild dieses "neuen Sozialismus" zeichnen: von seinen Wurzeln in den sozialen Bewegungen des Kontinents, über die Kriterien, denen eine solche "Mitbestimmungsdemokratie" genügen muss, bis hin zur Frage, wie eine "Neugründung des Sozialismus" in Europa aussehen könnte.

Jürgen Kreuzroither
Schlussredakteur




Ausgabe Jänner 2007:

Nachdem wir wiederholt über die Hoffnungen, die mit dem politischen Umschwung in Südamerika einhergingen, berichtet haben, wollen wir diesmal einen nüchternen Blick auf die Bilanz der sozialreformerischen Regierungen werfen. Wenn die große Revolution auch ausgeblieben ist, so konnte doch in kleinen Schritten ein bisschen mehr Demokratie und Gerechtigkeit erstritten werden. Das ist bei den gegebenen Rahmenbedingungen schon ein beachtlicher Erfolg.

Ralf Leonhard
Schlussredakteur

Linke Rhetorik und enttäuschte Hoffnungen
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Ist die Linke in Lateinamerika wirklich via Wahlurne auf dem Vormarsch oder zähmt der Marsch durch die Institutionen auch den entschlossensten Revolutionär? Vor allem wirtschaftspolitische Sachzwänge zeigen jedem, der mit großen Ambitionen die Regierung übernimmt, seine eng gesteckten Grenzen. Oft sind nicht die, die am lautesten schreien, die erfolgreichsten Sozialreformer.

Von Ralf Leonhard


Vom Versuch realistischer Radikalität
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Während sich anderswo die Hoffnung in eine gerechtere Politik von Linksregierungen langsam enttäuscht oder sich anfängliche Radikalität in realistische Politik verwandelt hat, steht Ecuadors Regierung erst am Anfang: So wären Radikalität und Zähmung die zwei unwahrscheinlichen Extrementwicklungen einer Politik, die die neue ecuadorianische Regierung des Präsidenten Rafael Correa vom Weg anderer lateinamerikanischer Linksregierungen unterscheiden könnte.

Von Jonas Henze


Der Präsident in seinem Labyrinth
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Die Bilanz der Präsidentschaft von Evo Morales ist nach einem Jahr insgesamt positiv. Doch die Rechte organisiert sich neu und die Regierung sieht dabei nicht immer gut aus.

Von Robert Lessmann