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Nr.6 Dezember 2006 "Venezuela wählt Chávez"

Thema: Wahlen in Venezuela
Am 3. Dezember wurde Hugo Chávez mit fast 63% der Stimmen als Präsident Venezuelas wiedergewählt. Dass sein bürgerlicher Gegenkandidat Manuel Rosales seine Niederlage eingestand, lässt hoffen, dass die politischen Auseinandersetzungen in Venezuela in den nächsten Jahren weniger von Gewaltbereitschaft der Opposition geprägt sein werden als in der jüngsten Vergangenheit. Unabhängig davon, ob das Votum der WählerInnen eine Identifizierung mit dem von Chávez propagierten „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ darstellt, signalisiert es auf jeden Fall Zustimmung zu einer Politik, die sich den Kampf gegen die Armut auf die Fahnen geschrieben hat und massiv in Bereiche wie Gesundheit und Erziehung investiert.

Nr.5 November 2006 "Mexiko in Flammen"

Thema: Mexiko in Flammen
Ulises Ruiz Ortiz (URO), der sein Amt als Gouverneur von Oaxaca am 1. Dezember 2004 nach offensichtlich unsauberen Wahlen im vorangegangenen August angetreten hat, ist einer der korruptesten und umstrittensten Politiker im heutigen Mexiko. Als er am 14. Juni auf die Forderungen der Lehrerschaft des Bundesstaates mit einem brutalen Polizeieinsatz reagierte, wurde er zum Geburtshelfer der APPO, einer der mächtigsten Volksbewegungen der jüngeren Geschichte Mexikos. Inzwischen hat sich sogar der Senat der Republik, mit den Stimmen seiner Parteifreunde von der PRI, für seinen Rücktritt im Interesse des sozialen Friedens ausgesprochen. Doch Präsident Fox, vor sechs Jahren angetreten, um die 71-jährige Vorherrschaft der PRI zu brechen, riskierte knapp ein Monat vor Ende seiner Amtszeit, diese mit einem Blutbad zu beenden, indem er die Polizei mit der Niederschlagung der Proteste gegen Ulises Ruiz beauftragte. Offenbar ist die Regierungspartei PAN zur Geisel der PRI geworden, auf deren Unterstützung sie nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen vom 2. Juli angewiesen ist, will sie sich gegen die erstarkte von Andrés Manuel López Obrador angeführte linke Opposition inner- und außerhalb des Parlaments durchsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass Fox mit seiner „Befriedungsaktion“ nur Öl ins Feuer gegossen hat.

Nr.3/4 Juli 2006 "Neue Wege zur Integration"

Thema: Neue Wege zur Integration
Es ist wohl kein Zufall, dass auf der Schlussveranstaltung von Enlazando Alternativas in der Wiener Stadthalle mit Carlos Lage, Evo Morales und Hugo Chávez gerade die Vertreter jener Länder das Wort ergriffen, die maßgeblich an ALBA, einer neuen Initiative zur Integration der Länder Lateianemerikas, beteiligt sind. Sie haben erkannt, was die Krise bestehender regionaler Integrationsprojekte wie Andenpakt oder Mercosur deutlich macht: Eine Integration von oben, ohne die Einbeziehung sozialer Organisationen der Zivilgesellschaft, die nicht auf die Verbesserung der Lebensbedingungen der breiten Mehrheit abzielt, ist zum Scheitern verurteilt; Integration ohne Vernetzung an der Basis ist auf Sand gebaut.

Nr.2 Mai 2006 "EU - Lateinamerika: Alternativen gefragt"

Thema: Beziehungen EU - Lateinamerika
Das vierte Gipfeltrefen der Staats- und Regierungschefs Europas, Lateinamerikas und der Karibik wird keine Abkehr von der bisher betriebenen Politik der neoliberalen Deregulierungen und Privatisierungen bringen, deren wichtigste Nutznießer europäische Konzerne sind. Es wird aber auch keine nennenswerten Ergebnisse bringen. Die gleichzeitig in Wien organisierte Konferenz "Enlazando Alternativas" wird die katastrophalen sozialen Folgen der bisherigen Politik ebenso aufzeigen, wie sie Alternativen dazu vorstellen wird. Themen rund um den Gipfel und die Beziehungen zwischen EU und Lateinamerika haben wir in diesem Heft bearbeitet.

Nr.1 Februar 2006 "Revolution mit dem Stimmzettel?"

Thema: Wahlen in Bolivien
Am 22.Jänner wurde Evo Morales in La Paz als Boliviens erster demokratisch gewählter indigener Präsident vereidigt. Aus den Wahlen vom 18. Dezember war der Kokabauer und Gewerkschaftsführer als Kandidat der MAS (Bewegung zum Sozialismus) mit 54% der Stimmen als klarer Sieger hervorgegangen. Eine der vordringlichen Aufgaben der neuen Regierung besteht darin, dafür zu sorgen, dass die Ausbeutung der Bodenschätze in zukunft zur Überwindung der Armut beiträgt.


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Nr.5/Nr.6 Dezember 2005 "Bergbau - Eldorado für Multis"

Thema: Bergbaukonzerne in Lateinamerika
Lateinamerika ist zum neuen Eldorado für multinationale Bergbaukonzerne geworden. Schon ein Drittel aller weltweiten Investitionen in dem Sektor erfolgt auf diesem Kontinent. Die Abbaukonzessionen werden den Multis von devisenhungrigen Regierungen zu Schleuderpreisen gewährt: Vielfach betragen die im Land zu entrichtenden Abgaben nur ein bis zwei Prozent des Umsatzes. Durch die eingesetzten Abbaumethoden bleibt eine zerstörte und vergiftete Umwelt zurück.

Nr.4 September 2005 "Wende in Mexiko"

Thema: Mexiko anders
Im Juni 2005 gab die Zapatistische Befreiungsarmee EZLN ihre "sechste Erklärung aus dem Urwald der Lakandonen" heraus, in der sie über einen grundlegenden Wandel ihrer Strategie informierte. Während sie die internationale Zusammenarbeit "mit Personen und Organisationen, die gegen den Neoliberalismus Widerstand leisten und für die Menschheit kämpfen" verstärken will, orientiert sie sich in Mexiko darauf, gemeinsam mit Basisorganisationen des Landes ein antikapitalistisch und antineoliberal ausgerichtetes Programm zu entwickeln. Sie tut dies zu einem Zeitpunkt, in dem in der mexikanischen Zivilgesellschaft ein breiter Diskussionsprozess über die Grundzüge eines "anderen Mexiko" eingesetzt hat.

Nr.3 Juni 2005 "Basta Ya! zum Neoliberalismus"

Thema: Aufstand gegen den Neoliberalismus
In den letzten beiden Monaten wurden in Lateinamerika zwei Präsidenten durch Demonstrationen zum Rücktritt gezwungen. Bei diesen Entwicklungen spielte die indigene Bevölkerung eine maßgebliche Rolle. Ganz wesentlich war ihre antineoliberale Stoßrichtung: So wie bisher kann es nicht weitergehen, eine andere Welt tut Not! Das gilt auch für Europa.

Nr.2 April 2005 "Wasser für Alle"

Thema:Streit ums Wasser
Der Zugang zum lebenswichtigen Element Wasser ist ein grundlegendes Menschenrecht. Obwohl sich die meisten Staaten verpflichtet haben, ihren BürgerInnen den Zugang zu sauberem Wasser "gerecht und ohne Diskriminierung" zu gewährleisten, ist das für ein Sechstel der Weltbevölkerung nicht der Fall. Obwohl der Kontinent über reiche Süßwasservorkommen verfügt, wird einer großen Zahl armer LateinamerikanerInnen ihr Anteil an sauberem Wasser vorenthalten.

Nr.1 Februar 2005 "Krieg im Frieden"

Thema: Militarisierung im Frieden
Im Zeichen des "Kriegs gegen den Terror" hat die Regierung Bush mit dem Konzept der "Effektiven Souveränität" eine neue Version der alten Monroe-Doktrin für Lateinamerika entwickelt. Sie dient als Rechtfertigung für den Ausbau der militärischen und polizeilichen Zusammenarbeit mit den Sicherheitskräften der Region, um unliebsame oppositionelle Bewegungen in Schach zu halten.